Die Informatik-Vorlesungsumfrage an der Universität Würzburg im WS 2011/2012

Vor kurzem wurden vom Institut für Informatik die Ergebnisse der Informatik-Vorlesungsumfragen des Wintersemesters 2011/2012 veröffentlicht. In den Vorlesungsumfragen werden den Studenten jedes Semester Fragen zur besuchten Vorlesung gestellt. Diese Fragebögen werden von der Universität Würzburg bzw. dem Institut für Informatik ausgewertet und in Form einer Tabelle veröffentlicht.

Da die Ergebnisse nur als unsortierte Tabelle veröffentlicht werden, was leider weder informativ noch aufschlussreich ist, habe ich mich entschlossen eine kleine Auswertung der Daten, inklusive Diagrammen und Bestenlisten, zu erstellen. (Disclaimer: Diese Daten beziehen sich nur auf das Wintersemester und berücksichtigen keine Vorlesungen des Sommersemesters)

Als Erstes folgt eine Auswertung der zehn besten Informatik-Vorlesungen, was wohl die interessanteste Kategorie für die meisten Informatik-Studenten dürfte. Soweit diese in den Studienverlauf und zum gewählten Fach passen, sollte wohl jeder Student bei Gelegenheit eine dieser Vorlesungen belegen.

Die zehn besten Informatik-Vorlesungen

  1. Management im Software-Engineering (Schmied)
  2. Neue Internet-Anwendungen – Technik und Modellierungsansätze (Tran-Gia/Hoßfeld)
  3. Kryptographie und Datensicherheit (Glaßer)
  4. Grundlagen der Zentralavionik (Montenegro)
  5. Rechnernetze und Kommunikationssysteme (Tran-Gia)
  6. Eingebettete Systeme (Kolla)
  7. Informationsübertragung (Tran-Gia)
  8. Einführung in Luft- und Raumfahrtsysteme I (Kayal)
  9. Datenbanken 2 – Advanced Data Bases (Seipel)
  10. Datenstrukturen und Algorithmen (Wolff)

Das Noten-Spektrum dieser Top 10 ist zwischen 1,4 für den ersten Platz und 2,3 für den zehnten Platz. Bemerkenswert ist meines Erachtens vor allem, dass Prof. Tran-Gia mit all seinen (in der Statistik berücksichtigten) Vorlesungen in den Top 10 der Informatik-Vorlesungen aus diesem Semester vertreten ist. Die bisher von mir besuchten Vorlesungen finden sich übrigens in meinem Studienverlauf Informatik an der Uni Würzburg.

Doch wo es gute Vorlesungen gibt, existieren leider auch nicht so gute Vorlesungen. Die folgenden fünf Vorlesungen wurden von den an der Umfrage teilnehmenden Studenten im Wintersemester 2011/2012 am schlechtesten bewertet (Noten von 1-6).

Die fünf am schlechtesten bewerteten Informatik-Vorlesungen

  1. Einführung in die Informatik für Hörer aller Fakultäten
    (Note 3,6 – Gudenberg/Puppe/Seipel)
  2. Entwurf und Analyse von Programmen
    (Note 3,6 – Gudenberg)
  3. Luft- und Raumfahrtdynamik
    (Note 3,4 – Kayal)
  4. Messtechnik
    (Note 3,2 – Rohmer)
  5. Mathematik für Studierende der Luft- und Raumfahrtinformatik
    (Note 3,1 – Greiner/Lamprecht/Lechuga)

Hierbei ist natürlich der erste Platz die eigentlich schlechteste Platzierung mit einer Note von 3,6. Interessant ist, dass gleich zwei von drei Vorlesungen mit mehreren Dozenten unter den schlechtesten 5 Vorlesungen sind. (In Anbetracht der Notenskala von 1 bis 6, kann hier eigentlich nicht einmal von schlechten Vorlesungen, sondern nur von weniger guten Vorlesungen die Rede sein.)

Weitere Fakten

Da ein durchgehender Fließtext schlicht zu lange zum Lesen gewesen wäre, habe ich weitere interessante Fakten zur Informatik-Vorlesungsumfrage kurz zu einzelnen Absätzen zusammengefasst.

Die besten Dozenten

Der/Die Dozent/in kann den Stoff verständlich vermitteln
Der/Die Dozent/in kann den Stoff verständlich vermitteln

Zu den drei besten Dozenten (nach Schnitt aller Dozentenbewertungen auf einer Skala von 1-gut bis 5-schlecht) gehören laut Vorlesungsumfrage:

  • Schmied (1,0)
    Management im Software-Engineering
  • Glaßer (1,4)
    Kryptographie und Datensicherheit
  • Tran-Gia (1,43)
    Informationsübertragung, Rechnernetze und Kommunikationssysteme, Neue Internet-Anwendungen
  • sowie Kolla und Montenegro (1,6)

Der höchste und der geringste Aufwand

Durchschnittlicher Zeitaufwand pro Woche in Stunden
Durchschnittlicher Zeitaufwand pro Woche in Stunden

Den meisten Aufwand benötigen mit Abstand:

  • „Mathematik für Studierende der Luft- und Raumfahrtinformatik“ (Greiner/Lamprecht/Lechuga)
  • und „Robotik – Robotics“ (Schilling)

mit jeweils ca. 18 und 17 Studen Aufwand pro Woche. Das sind knapp 50% einer 40-Stunden-Woche und sicher nicht die einzigen Vorlesungen eines Semesters, die ein Informatik-Student belegen muss.

Weniger als fünf Studen Aufwand reichen den meisten Informatik-Studenten scheinbar für folgende Vorlesungen:

  • Entwurf und Analyse von Programmen (Gudenberg)
  • Kryptographie und Datensicherheit (Glaßer)
  • E-Learning (Puppe)
  • Neue Internet-Anwendungen – Technik und Modellierungsansätze (Tran-Gia/Hoßfeld)

Die am seltensten besuchten Vorlesungen

Besuch der Vorlesung in Prozent
Besuch der Vorlesung in Prozent

Die Teilnehmer der Umfrage sollten beantworten, wie häufig sie die Vorlesung besuchen. Hieraus resultiert folgende Liste, welche die am seltensten besuchten Vorlesungen unter Informatik-Studenten darstellt. Hier finden sich natürlich auch einige schlecht besuchte Vorlesungen, da die Vorlesungszeit hier eingerechnet werden sollte.

  1. Entwurf und Analyse von Programmen (31% – Gudenberg)
  2. Eingebettete Systeme (53% – Kolla)
  3. Logik für Informatiker (58% – Seipel)

Eine durchschnittliche Informatik-Vorlesung

Zum Schluss noch eine kleine Zusammenfassung der Vorlesungsumfrage anhand von Durchschnitten.
Die durchschnittliche Informatik-Vorlesung des durchschnittlichen Dozenten wird vom durchschnittlichen Studenten mit einer Häufigkeit von 75% und im vierten Semester besucht. Der Student findet die Vorlesung eigentlich gut (2,4), jedoch eindeutig schwieriger als andere (Informatik-)Vorlesungen. Auch den Dozent findet er zwar gut, den Übungsleiter allerdings eindeutig besser. Außerdem muss er pro Woche ca. neun Studen für die durchschnittliche Informatik-Vorlesung arbeiten.

Quelle

Die Vorlesungsumfrage der Universität Würzburg im Wintersemester 2011/2012 herausgegeben durch Prof. Puppe des Fachbereichs Informatik (wuecampus-Kurs zur Vorlesungsumfrage)

Karl Lorey Verfasst von:

Karl Lorey studiert Informatik im Master am KIT in Karlsruhe. Er interessiert sich für Webentwicklung und damit verbundene Technologien. Seine Bachelorarbeit mit dem Titel “Gamification Framework for Subjective Assessment of Influence in Online Social Networks” beschäftigt sich mit der Einschätzung von Einfluss und weiteren Eigenschaften in sozialen Netzwerken durch ein von ihm erstelltes “gamifiziertes” Framework.

4 Kommentare

  1. Simon
    April 6
    Antworten

    Schöne Aufarbeitung :)

  2. Gino
    Mai 9
    Antworten

    Hallo in Opera sieht dein Design irgendwie kaputt aus.

    • Da Twenty Eleven das Standard-Theme von WordPress ist, gehe ich davon aus, dass es mit allen gängigen Browsern funktioniert ;)
      Ich nutze selbst Opera und habe keine Probleme.

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